Judentum
Mrz 13Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion, die vor mehr als 3000 Jahren entstand. Zuvor hatten alle Völker eine Vielzahl von Göttern verehrt, die Juden beschränkten sich als Erste auf nur einen Gott und schufen zugleich die erste Schriftreligion.
Der Ursprung liegt nach jüdischem Glauben in einem Bund, den der Stammvater Abraham mit Gott schloss. Abraham versprach, dass sein Volk in Mesopotamien, dem heutigen Irak, alle seine anderen Gottheiten aufgeben werde, dafür sicherte Gott ihm zu, das Volk zu beschützen und in das „Gelobte Land“ zu führen. Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob erneuerte diesen Bund, und aus den zwölf Söhnen Jakobs entwickelten sich die zwölf Stämme Israels. Nachdem die Israeliten aus dem heutigen Palästinensergebiet nach Ägypten gezogen und vom Pharao versklavt worden waren, führte Moses sie zurück auf den Berg Sinai, wo Gott ihm die Thora offenbarte. Diese älteste und wichtigste Schrift des jüdischen Glaubens mit den fünf Büchern Mose bildet als das Alte Testament ebenso das Fundament des Christentums. Eine weitere wesentliche Schrift ist der Talmud, der als Kommentierung zur Thora dient und zahlreiche Glaubensgebote näher erläutert.
Zu den religiösen Geboten des Judentums zählen das tägliche Gebet, das Studium der Schriften sowie die Einhaltung zahlreicher Regeln, die Speisen, Kleidung und weite Bereiche des Zusammenlebens betreffen. So soll der Sabbat als Feiertag allein der Verehrung Gottes gewidmet sein, gläubige Juden dürfen an diesem Tag keinerlei Arbeiten verrichten, kein Essen zubereiten und keine elektrischen Geräte verwenden. Die Nahrungsmittel sollen ebenso wie Kleidung und andere Produkte „koscher“ sein, also rein nach den Regeln der Thora.
Der jüdische Glaube unterscheidet sich vom christlichen vor allem dadurch, dass die Juden weiterhin auf den Messias warten, da sie Jesus nur als einen von mehreren Propheten, aber nicht als Sohn Gottes ansehen. Im Gegensatz zum Christentum kennt das Judentum weiterhin keine religiösen Oberhäupter und keinen Klerus. Für Gottesdienste, Aufgaben der Gemeindeleitung und Lehre sind Rabbiner zuständig, die sich durch Weisheit und Bildung besonders hervorgetan haben.
Über die Jahrhunderte blieben die Juden stets eine kleine, aber von starkem Zusammenhalt geprägte Gemeinschaft, da sie von wenigen Ausnahmen abgesehen auf die Missionierung Andersgläubiger verzichteten. Weltweit praktizieren heute etwa 13 bis 15 Millionen Menschen den jüdischen Glauben, davon etwa sechs Millionen in den USA und mehr als fünf Millionen in Israel.
