Islam

Islam

Mrz 13
Der Islam gehört zusammen mit dem Judentum und dem Christentum zu den drei großen abrahamitischen Religionen, die sich alle auf den Stammvater Abraham zurückführen lassen. Sie enthalten daher gemeinsame Propheten, zum Beispiel erkennen die Muslime die historische Existenz von Jesus Christus durchaus an. Diese Religionen haben alle ein monotheistisches Gottesbild, das heißt, sie beten nur einen Gott an, aber das allein reicht nicht, um als Weltreligion zu gelten. Weltreligionen sind diejenigen, welche über eine sehr große Zahl von Anhängern verfügen – gegenwärtig gibt es 1,3 Milliarden Muslime – und historisch sehr lange Bestand haben. Der Islam stammt aus dem 7. Jahrhundert nach Christus. Ein wichtiges Kennzeichen von Weltreligionen ist ihr universaler Anspruch. Man zählt zu den Weltreligionen außer den drei bezeichneten abrahamistischen Religionen noch die Buddhisten und die Hinduisten. Diese unterscheiden sich wesentlich von den abrahamistischen Religionen in folgenden Punkten: Sie gehen von der Wiedergeburt des Individuums aus, und sie kennen mehr als einen Gott. Unter dieser Prämisse ist die Fragestellung berechtigt, was Weltreligionen gemeinsam haben und wie der Islam einzuordnen ist.

Unterschiede zwischen den Weltreligionen

Es gibt zwischen den fünf großen Weltreligionen wesentliche Unterschiede. Zwei wurden schon genannt, das ist das Bekenntnis zu einem einzigen, allmächtigen Gott, das es in dieser Ausprägung nur im Christentum und im Islam gibt und selbst im Judentum nicht diese starke Rolle spielt. Im Hinduismus kennt man mehrere Götter, und im Buddhismus kennt man zwar den historischen Buddha, aber die Lehre selbst zielt weniger auf personelle Verehrung als auf Wahrheitsfindung und Verinnerlichung der buddhistischen Lehre.
Der zweite Unterschied zwischen den Weltreligionen findet sich zwischen den abrahamistischen Religionen mit ihrer Vorstellung der Singularität des menschlichen Lebens im Gegensatz zur Reinkarnationslehre des Hinduismus und des Buddhismus.

Gemeinsamkeiten der Weltreligionen und islamistischer Bezug

Eine Weltreligion hat einen universellen Anspruch, wie ihn die Muslime vertreten. Jeder kann ihr beitreten, sie ist nicht an ein Volk gebunden. Die Inhalte sind kanonisiert, es existiert eine Heilige Schrift – bei den Muslimen der Koran. Die Religion wird theologisch reflektiert, es gibt eine Lehre, eine Theokratie, bei den Muslimen durch die in einigen Ländern sehr mächtigen theologischen Führer vertreten. Es gibt des Weiteren metaphysische Spekulation, zum Beispiel über das Leben nach dem Tod, im Islam der “Janna” als Paradies und auch eine Hölle. Die Weltreligionen sind institutionalisiert und haben Gotteshäuser, im Islam die Moscheen. Die fünf Säulen des Islam – Bekenntnis, Gebet, Almosen, Fasten und Pilgerreise – inkludieren diese Institutionalisierung.