Christentum

Was sind die Kennzeichen des Christentums als Weltreligion?

Das Christentum wird als eine der Weltreligionen bezeichnet. Aber was ist eine Weltreligion? Da es keine einheitliche Definition für den Begriff Weltreligion gibt, kann man nur an Hand verschiedener Kennzeichen eine Einordnung vornehmen. Das wären Verbreitung, Anzahl der Gläubigen, Alter, schriftliche Niederlegung und der Geltungsanspruch der Religion.

Zuerst kann man nach der Verbreitung und Anzahl der Gläubigen gehen. Dabei fällt auf, dass das Christentum zahlenmäßig am stärksten vertreten ist. Es gibt auf der Welt 2,1 Milliarden Anhänger des Christentums (Quelle: Wikipedia), die sich in verschiedene Konfessionen und Glaubensrichtungen aufteilen, aber allen gemein ist der Eintritt mit dem Sakrament der Taufe. Zahlenmäßig liegt das Christentum also vorn. Es hat fast doppelt so viele Gläubige wie der Islam, einer der anderen Weltreligionen. Das katholische Christentum ist in fast ganz Latein- und Südamerika, größtenteils in Europa und in der Mitte Afrikas verbreitet. In Kanada, Deutschland und Australien mischt es sich mit dem evangelischen Christentum. Der Großteil der evangelischen Christen lebt im Süden Afrikas, Teilen Nordamerikas (USA, Alaska, Grönland), Skandinavien, Neuseeland, Großbritannien und Inseln im Pazifik. Orthodoxe Christen finden sich vor allem in Russland und Osteuropa. Verschiedene evangelikale Gruppen (wie Amish, Hutterer u.a.) sind vor allem in den USA und Kanada sehr verbreitet. Allein an der mengenmäßigen Ausbreitung kann man aber nur ein Kennzeichen der Weltreligion erkennen.

Ein weiteres Merkmal der so genannten Weltreligionen ist das Alter. Obwohl das Christentum auf Jesus als Sohn Gottes aufbaut, entstand es schon vorher und begann schon vor Moses, der zwischen 10. und 6. Jahrhundert vor Christus gelebt hat. Damit wird deutlich, dass das Christentum seinen Ursprung im Judentum hat und mit Jesus, der von den Juden nicht als Sohn Gottes gesehen wird, eine Abspaltung erfolgte.

Das nächste Merkmal ist die Universalität des Geltungsanspruchs. Dieser war schon vor der Gründung der Religion vorhanden. Denn die Aussage von Jesus war: “Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.” (Joh. 14,6)

Ein deutliches Merkmal für eine Weltreligion ist eine schriftliche Niederlegung des Glaubens und seiner Gesetze. Jede der großen Religionen verfügt über eine heilige Schrift; für die Christenheit ist es die Bibel, für die Juden die Tora und für den Islam der Koran.

Auch wenn das Christentum in mehrere Konfessionen und Glaubensrichtungen aufgespalten ist, ist es in seiner Gesamtheit der Betrachtung eine Weltreligion. Das ist vor allem an den Merkmalen Religionsalter, Verbreitung und Anzahl der Gläubigen zu sehen.