Schon unter den zehn Geboten der Bibel findet sich das Verbot der Lüge. Sprichwörter zum Thema gibt es zahlreich. Sicher kennen auch Sie das eine oder andere davon. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, ehrlich währt am längsten, Lügen haben kurze Beine – um nur einige Beispiele zu nennen.
Und trotzdem: wir lügen und das nicht zu knapp. Eine Studie britischer Wissenschaftler hat ergeben, dass jeder Mensch bis zu 200 Lügen im Verlauf nur eines einzigen Tages verbreitet. Die meisten davon dürften jedoch keine böswilligen Gemeinheiten sein sondern kleine Notlügen. Schwindeleien, welche wir benutzen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Die häufigste Notlüge ist wahrscheinlich die Antwort “gut” auf die Frage, wie es uns geht. Wir sagen “gut”, weil wir wissen, dass das Thema damit erledigt ist. Weil wir wissen, dass wahrscheinlich der Frager schon gelogen hat, indem er fragte. Denn nur in wenigen Fällen dürfte er ein echtes, wirkliches Interesse an unserem Befinden haben.
Welche Situationen sind es, in denen wir zu kleinen Notlügen greifen? Da wäre zunächst einmal die Lüge aus Höflichkeit: “Oma, deine Suppe schmeckt wunderbar”. Wir lügen, weil uns etwas peinlich ist oder weil wir Mitleid erregen wollen. Angst ist ebenfalls ein sehr häufiger Grund zu lügen, Angst, Verantwortung zu übernehmen oder Angst, abgelehnt zu werden. Wir lügen aber auch, weil wir andere nicht verletzen wollen. “Dein neues Kleid steht dir super” haben sie sicher auch schon mal gesagt, obwohl das Kleid eigentlich furchtbar aussah, genau wie: “Ich habe mich riesig über die neue Krawatte gefreut”.
Den meisten Menschen ist in solchen Situationen durchaus bewusst, dass sie angelogen werden. Aber die wenigsten stellen die Lüge in Frage, ganz einfach weil sie den Konsequenzen aus dem Weg gehen möchten. Dabei ist es aus Psychologensicht durchaus möglich, einen Lügner zu entlarven. Eine Lüge bedeutet Stress für den Körper und darauf reagiert er. Achten Sie auf die Pupillen oder die Lippen des vermeintlichen Lügners. Erweitern Sie sich? Gefriert das Lächeln? Steigt die Stimmlage an, in der er oder sie spricht? Das alles sind Indizien für eine Lüge.
Und wie sieht es bei Dingen, wie beispielsweise einem wichtigen Vorstellungsgespräch aus?