Hinduismus
Mrz 13An welche Götter glauben eigentlich Menschen? Wird diese Frage Männern und Frauen in Deutschland gestellt, so wird sich unter den Antworten sicherlich häufig der Glaube an den christlichen Gott finden lassen. Ob katholisch oder evangelisch, das Christentum ist die vorherrschende Religion hierzulande. Doch nicht auf der ganzen Welt ist der christliche Glaube so verbreitet wie hier. Zu den Weltreligionen zählen noch so einige weitere Religionen. Eine davon ist der Hinduismus. Doch was ist der Hinduismus eigentlich?
Für diese Frage muss zunächst einmal der Begriff Hinduismus geklärt werden. Denn eigentlich gibt es „den Hinduismus“ gar nicht. Hinduismus bezeichnet eine Vielzahl kleinerer Religionen, die hierunter zusammengefasst werden. Doch bilden diese Religionen eine starke Gemeinschaft: Rund 900 Millionen Gläubige zählt der Hinduismus und ist damit die drittgrößte Religion der Welt. Seinen Ursprung hat er in Indien. Dabei handelt es sich um eine sehr alte Religion, die ersten Spuren reichen bis 2000 Jahre vor Christus zurück. Seine höchsten und ältesten heiligen Schriften sind die Veden, aber einen Religionsstifter wie im Christentum hat es hier niegegeben. Wie viele andere östliche Religionen glauben Hindus an Wiedergeburt. Diese gilt dabei als leidvoller Kreislauf, aus dem der Mensch sich zu befreien versucht. Im Hinduismus gibt es die Vorstellung einer Urkraft, die weder einen Anfang noch ein Ende hat, universal und allmächtig ist und alles durchdringt.
Diese Kraft wird Brahman genannt. Nach hinduistischem Glauben findet sich ein Teil dieser Kraft, Atman genannt, in jedem Menschen. Sie ist vergleichbar mit unserem Begriff der Seele, jedoch nicht individuell. Um sich aus dem Kreislauf der Widergeburten zu befreien, muss der Mensch Atman aufgeben. Für die Wiedergeburt spielt auch der Begriff Karma eine große Rolle. Karma ist der Glaube, dass jedes Denken und Handeln die Zukunft positiv oder negativ beeinflusst und sich so aus der Lebensführung eines Menschen auch sein Schicksal nach dem Tod ergibt. Obwohl der Begriff Hinduismus verschiedene Strömungen zusammenfasst und es so kein einheitliches Gottesbild gibt, gibt es doch drei Götter, an die alle hinduistischen Strömungen glauben. Einer davon ist der Sonnengott Vishnu, der für Schöpfungskraft und Aktivität steht. Bekannter dürfte jedoch der vielarmige Shiva sein, der Zerstörung und Auflösung verkörpert.
Zuletzt bleibt noch die Göttermutter Schakti zu erwähnen, eine Personifikation des Brahman. Alle drei werden auch oft als Dreiheit dargestellt. Verbreitet ist der Hinduismus neben Indien hauptsächlich in Asien und Südafrika. Jedoch kommt er auch Teilen Südamerikas vor und ist durch Auswanderungen im 19. und 20. Jahrhundert inzwischen sogar in Europa zu finden.
Was ist eine Weltreligion?
Mrz 13Bei einer Weltreligion handelt es sich grundlegend um eine Religion, die sich durch ihre überregionale Verbreitung sowie die Größe der Anhängerschaft auszeichnet. Zu den wohl bekanntesten Weltreligionen zählen unter anderem das Christentum an erster Stelle mit knapp zwei Millarden Anhängern, sowie der Islam mit circa 1,3 Millarden Anhängern gefolgt vom Hinduismus mit 850 Millionen Anhängern. Mit knapp 400 Millionen Anhängern gilt beispielsweise auch der Buddhismus zu einer Weltreligion, gefolgt vom Judentum mit knapp 15 Millionen Anhängern.
Die Kennzeichen einer Weltreligion
Zu den allgemeinen Kennzeichen einer Weltreligion zählt, dass sich die entsprechende Religion an alle Menschen richtet und keinen dabei ausgrenzt. Darüber hinaus muss allen Menschen ein gleichermaßen gerechter Zugang zu der Religion ermöglicht werden. Hierbei kommt besonders die Funktion der Mission eine wichtige Bedeutung, denn seit der Gründung einer Religion sind Missionare dafür zuständig, genau dieses Kennzeichen der Erreichbarkeit umzusetzen, in dem sie die Religion bekannt machen und gewissermaßen neutral dafür werben.
Zu einem weiteren Merkmal zählt, dass die entsprechenden Religionen eine rational begründete Weltdeutung und Theorie haben. Als Leitbild ihrer Religion wird häufig eine Art niedergeschriebene Philosophie in Form eines Buches oder einer Schriftrolle genutzt.
Darüber hinaus müssen alle Weltreligionen von den Grundaussagen einer Erlösungsreligion bestimmt sein. Diese Grundaussagen besagen, dass die Menschen sich auf der Erde in einem Zustand der Unheilbarkeit befinden, welchen sie selbst zu solch einem gemacht haben. Als Möglichkeit der Verbesserung gibt es einzig und allein die Erlösung. Die jeweilige Theorie und Philosophie der Religion bildet folge dessen den Weg zur Erlösung.
Buddhismus
Mrz 13Der Buddhismus als Weltreligion
Im Buddhismus sind die Kriterien, die eine Weltreligion erfüllen muss, um sich als solche auszuzeichnen, besonders stark ausgeprägt. Der Buddhismus war darüber hinaus die erste Religion, die wirklich jedem Menschen die Möglichkeit gab, sich der Religion anzuschließen. Der Gründer Buddha betrachtete darüber hinaus alle Menschen als gleichwertig. Obwohl der Buddhismus sehr rational argumentiert, ist er auch gleichzeitig tiefgründig und frei in seinen Thesen, Beobachtungen und Philosophien. In dieser Weltreligion besteht ein Gleichgewicht zwischen Rationalität und Mystik und eröffnet somit eine individuelle Betrachtung bestimmter Problemlagen. Dabei hält sich der Buddhismus fast originalgetreu an den Grundaussagen einer Weltreligion. Darüber hinaus ist der Buddhismus der Auffassung, dass das durch den Menschen selbst verursachte Leid durch einen achtfachen Pfad des buddhistischen Glaubens nicht zu einer Erlösung, sondern zu einem Erwachen aus der Misere führen kann. Trotz der Existenz von Göttern ist der Buddhismus der Auffassung, dass das Leid des Menschen allein durch den Menschen selbst erlöst werden kann.
