Sind Notlügen “erlaubt”?
Mrz 13Schon unter den zehn Geboten der Bibel findet sich das Verbot der Lüge. Sprichwörter zum Thema gibt es zahlreich. Sicher kennen auch Sie das eine oder andere davon. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, ehrlich währt am längsten, Lügen haben kurze Beine – um nur einige Beispiele zu nennen.
Und trotzdem: wir lügen und das nicht zu knapp. Eine Studie britischer Wissenschaftler hat ergeben, dass jeder Mensch bis zu 200 Lügen im Verlauf nur eines einzigen Tages verbreitet. Die meisten davon dürften jedoch keine böswilligen Gemeinheiten sein sondern kleine Notlügen. Schwindeleien, welche wir benutzen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Die häufigste Notlüge ist wahrscheinlich die Antwort “gut” auf die Frage, wie es uns geht. Wir sagen “gut”, weil wir wissen, dass das Thema damit erledigt ist. Weil wir wissen, dass wahrscheinlich der Frager schon gelogen hat, indem er fragte. Denn nur in wenigen Fällen dürfte er ein echtes, wirkliches Interesse an unserem Befinden haben.
Welche Situationen sind es, in denen wir zu kleinen Notlügen greifen? Da wäre zunächst einmal die Lüge aus Höflichkeit: “Oma, deine Suppe schmeckt wunderbar”. Wir lügen, weil uns etwas peinlich ist oder weil wir Mitleid erregen wollen. Angst ist ebenfalls ein sehr häufiger Grund zu lügen, Angst, Verantwortung zu übernehmen oder Angst, abgelehnt zu werden. Wir lügen aber auch, weil wir andere nicht verletzen wollen. “Dein neues Kleid steht dir super” haben sie sicher auch schon mal gesagt, obwohl das Kleid eigentlich furchtbar aussah, genau wie: “Ich habe mich riesig über die neue Krawatte gefreut”.
Den meisten Menschen ist in solchen Situationen durchaus bewusst, dass sie angelogen werden. Aber die wenigsten stellen die Lüge in Frage, ganz einfach weil sie den Konsequenzen aus dem Weg gehen möchten. Dabei ist es aus Psychologensicht durchaus möglich, einen Lügner zu entlarven. Eine Lüge bedeutet Stress für den Körper und darauf reagiert er. Achten Sie auf die Pupillen oder die Lippen des vermeintlichen Lügners. Erweitern Sie sich? Gefriert das Lächeln? Steigt die Stimmlage an, in der er oder sie spricht? Das alles sind Indizien für eine Lüge.
Und wie sieht es bei Dingen, wie beispielsweise einem wichtigen Vorstellungsgespräch aus?
Ethisches Handeln in der Wirtschaft
Mrz 13Entscheidungen im Sinne der Wirtschaft sind Akte des Verhaltens. Genauer: Jede Entscheidung in einem Unternehmen ist eine Aussage, die von Menschen ausgeht, an Menschen gerichtet ist und über Menschen entscheidet. Konkreter: Führungskräfte richten (u. a. aus finanziellen Erwägungen) Verhaltensappelle an ihre Mitarbeiter (auch, unter anderem, über den Umgang mit Kunden). Wirtschaftliches Handeln hängt somit von verschiedenen Ebenen der Kommunikation ab – und es ergeben sich somit verschiedene Definitionen des Wortfeldes „Wirtschaft“:
a) „Wirtschaftliches Handeln“ bezeichnet Arbeits- und Kommunikationsprozesse, die innerhalb eines Unternehmens (welches zur Wirtschaft einer Region oder eines Landes beiträgt) ablaufen.
b) „Wirtschaftliches Handeln“ bezeichnet die Idee ökonomischer Entscheidungen: Ausgaben und Einnahmen sollen in einem sinnvollen Verhältnis stehen; dies umfasst u. a. auch effiziente Werbemaßnahmen bzw. die der optimalen Kundengewinnung.
In diesem Zusammenhang nun kann das Themenfeld der Ethik zum einen definiert, zum anderen zugeordnet werden. An dieser Stelle nun kann dieses Themenfeld nicht vollständig und angemessen diskutiert werden, sondern zur Vereinfachung soll die folgende Erklärung des Wortes angenommen werden: „Ethisches Handeln“ erfolgt genau dann, wenn der Handelnde sich respektvoll und anteilnehmend gegenüber seiner Umwelt verhält und um deren Unversehrtheit bemüht ist. Hieraus folgt:
zu a)
Personen, die mit der Führung eines Unternehmens betraut sind, handeln dann ethisch, wenn sie ihren Mitarbeitern in Wertschätzung begegnen und diese in ihren Anliegen, Anmerkungen und konstruktiven Beiträgen ernstnehmen. Dies kann – in höher entwickelter Form – darauf hinauslaufen, dass Firmen nicht in Hierarchie, sondern als Teamprojekt geführt werden, bei dem die Funktionen wechseln. Es ist somit nicht wichtig, auf eine Führungsposition als solche Wert zu legen, sondern „Ethik“ heißt hier, unternehmensrelevante Aufgaben in der Sache teamorientiert und in der Kommunikation in toleranter Weise zu lösen.
Ebenso ist das Unternehmen Teil eines (über-)regionalen Gesamtsystems: Auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in der Materialbeschaffung und –verwertung sowie den Arbeitsprozessen ist zu achten.
zu b)
„Ethisches Handeln“ im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Idee, das Fortbestehen eines Unternehmens und das Überleben der Beteiligten zu sichern, enthält die folgenden Leitlinien:
- Über die Dienstleistungen und Produkte des Unternehmens sind den Kunden keine Informationen vorzuenthalten. Transparente Kommunikation spiegelt auch hier Wertschätzung und Toleranz dem sozialen Gegenüber wieder, der hier als Kunde (bzw. als Repräsentant der Öffentlichkeit) auftritt.
- Investitionen des Unternehmens im Sinne der Vermögensvermehrung sollen nur Dritten zu Gute kommen, die sich ebenfalls ethisch verhalten (Nachhaltigkeit, keine Rüstungsindustrie).
Ein dritter Punkt: „Ethisches Handeln“ heißt ebenso, finanzielle Überschüsse in sozialer und umweltpolitischer Verantwortung zu verwerten. Hier sind karitative Zwecke und die Unterstützung örtlicher Umweltprojekte gemeint.
Hinduismus
Mrz 13An welche Götter glauben eigentlich Menschen? Wird diese Frage Männern und Frauen in Deutschland gestellt, so wird sich unter den Antworten sicherlich häufig der Glaube an den christlichen Gott finden lassen. Ob katholisch oder evangelisch, das Christentum ist die vorherrschende Religion hierzulande. Doch nicht auf der ganzen Welt ist der christliche Glaube so verbreitet wie hier. Zu den Weltreligionen zählen noch so einige weitere Religionen. Eine davon ist der Hinduismus. Doch was ist der Hinduismus eigentlich?
Für diese Frage muss zunächst einmal der Begriff Hinduismus geklärt werden. Denn eigentlich gibt es „den Hinduismus“ gar nicht. Hinduismus bezeichnet eine Vielzahl kleinerer Religionen, die hierunter zusammengefasst werden. Doch bilden diese Religionen eine starke Gemeinschaft: Rund 900 Millionen Gläubige zählt der Hinduismus und ist damit die drittgrößte Religion der Welt. Seinen Ursprung hat er in Indien. Dabei handelt es sich um eine sehr alte Religion, die ersten Spuren reichen bis 2000 Jahre vor Christus zurück. Seine höchsten und ältesten heiligen Schriften sind die Veden, aber einen Religionsstifter wie im Christentum hat es hier niegegeben. Wie viele andere östliche Religionen glauben Hindus an Wiedergeburt. Diese gilt dabei als leidvoller Kreislauf, aus dem der Mensch sich zu befreien versucht. Im Hinduismus gibt es die Vorstellung einer Urkraft, die weder einen Anfang noch ein Ende hat, universal und allmächtig ist und alles durchdringt.
Diese Kraft wird Brahman genannt. Nach hinduistischem Glauben findet sich ein Teil dieser Kraft, Atman genannt, in jedem Menschen. Sie ist vergleichbar mit unserem Begriff der Seele, jedoch nicht individuell. Um sich aus dem Kreislauf der Widergeburten zu befreien, muss der Mensch Atman aufgeben. Für die Wiedergeburt spielt auch der Begriff Karma eine große Rolle. Karma ist der Glaube, dass jedes Denken und Handeln die Zukunft positiv oder negativ beeinflusst und sich so aus der Lebensführung eines Menschen auch sein Schicksal nach dem Tod ergibt. Obwohl der Begriff Hinduismus verschiedene Strömungen zusammenfasst und es so kein einheitliches Gottesbild gibt, gibt es doch drei Götter, an die alle hinduistischen Strömungen glauben. Einer davon ist der Sonnengott Vishnu, der für Schöpfungskraft und Aktivität steht. Bekannter dürfte jedoch der vielarmige Shiva sein, der Zerstörung und Auflösung verkörpert.
Zuletzt bleibt noch die Göttermutter Schakti zu erwähnen, eine Personifikation des Brahman. Alle drei werden auch oft als Dreiheit dargestellt. Verbreitet ist der Hinduismus neben Indien hauptsächlich in Asien und Südafrika. Jedoch kommt er auch Teilen Südamerikas vor und ist durch Auswanderungen im 19. und 20. Jahrhundert inzwischen sogar in Europa zu finden.
